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Reisetagebuch Kroatien 2016 – Quer durchs Land zur Insel Hvar

Sandra Dirks - Villa Rosa

Am nächsten Morgen gegen 6 Uhr klingelt der Wecker. Wir müssen uns rechtzeitig auf den Weg machen, 450km liegen noch vor uns.

Wir müssen unsere Fähre von Split zur Insel Hvar bekommen, und wollen nicht so spät ankommen.

Als wir wach und geduscht sind, sind auch alle anderen schon wach, die Schwiegermutti, die Tante und der Onkel sind auch schon früh auf. Der Ehemann kann gerade die Tante davon abbringen, den Tisch mit Frühstück zu überladen.
Keine Widerworte duldet sie jedoch bei einer Grundversorgung an Lebensmitteln. So verstaut der Ehemann eine große Verpflegungstüte mit einer großen Mettwurst, einem großen Glas Marmelade, Tomaten, Gurken und dem leckeren Maisbrot im Kofferraum.

Eine weitere Tüte mit Torte können wir verhindern, indem wir versichern, dass wir leider keine Kühlung für diese Art Spezialverpflegung mit an Bord haben, und wir kommen damit durch. Das ist alles so lieb.
Obwohl der Kuchen echt lecker ist.

Wir sind super im Zeitplan. Haben aber zwischendurch das Gefühl, dass es uns von der Autobahn schwemmen könnte.

Auf halber Strecke zwischen Goglin und Gospić geht ein Wahnsinnsregen auf uns herab. Irre. Das kann nur besser werden. Schließlich haben wir jetzt Urlaub.

Im Radio laufen kroatische Fußballlieder, die man auch super mitgrölen könnte, wenn man die kroatischen Texte könnte. Super Stimmung.

Sandra Dirks - Kroatische Eisverpackung mit Fußballwerbung

Ich hatte schon mal wenigstens ein Eis in kroatischen Fußballfarben.

Schließlich wird Kroatien am Nachmittag das erste Spiel während der EM absolvieren. Der Ehemann vermutet, dass dabei sicher unsere Fähre untergehen wird, weil alle Fußball schauen, auch der Kapitän.
Aber die Tatsache, dass du jetzt diesen Bericht lesen kannst, zeigt, dass das nur ein Vorurteil war.

Sandra Dirks - Hafen mit Scooter Split

Im Fährhafen von Split kurz vor dem Weltuntergang – zumindest sieht das so aus.

Abenteuerlich, weltuntergangsgleich und echt Balkan ist die Fahrt AUF die Fähre drauf. Ein wildes Herumgefahre, während die Ordner sich der Situation genervt ergeben. Ängstliche Familienväter fahren wie wild von einer Spur auf die nächste. Der Ehemann bleibt ruhig. Wird aber sicher ausrasten wie ein wildes Tier, wenn uns jemand irgendwie ins Auto fährt. Zu RECHT.

Sandra Dirks - Fähre Tin Ujevic

Unsere Fähre, sie fährt von Split etwa zwei Stunden.

So eine Fährüberfahrt an einen Ferienort ist ja immer was Spezielles. Nicht, weil du vielleicht Seekrank werden könntest. Nein, weil so viele Menschen aufeinander kommen, die ganz schön nerven können. Solche, die du dann im schlimmsten Fall in deinem Feriendomizil wieder triffst, wenn es ganz dumm kommt.

Diesmal ist es diese Frau mit dem pfälzischen Dialekt, die dem Ehemann auf die Eier, und mir echt auf den Senkel geht. Bei der Vorstellung, sie könnte in die Ferienwohnung nebenan einziehen, verschwindet die gute Laune. Das, was wir in diesem Jahr überhaupt gar nicht wollen, das sind laute Nachbarn, die auch noch nerven.

Dem Paar, das direkt neben ihr sitzt, sehr höflich ist, und brav zuhört, erzählt sie lauthals, dass sie eine Pännßion – sie betont das so charmant – also eine wirklisch gudde Pännßion in Starri Kradd (Stari Grad) haben.

Wir atmen wir auf. Puhh! Läuft bei uns.

Sandra Dirks - Fähre Tin Ujevic

 

Sandra Dirks - Fähre Jadrolinja

Die Gegenfähre auf der Rückfahrt. Nein, nicht dran denken. Wir genießen jetzt erstmal 14 Tage.
Auf der Insel angekommen, sind wir begeistert von den Olivenplantagen, und dem Wein, der überall wächst.
Der Klatschmohn blüht, daneben wächst der Lavendel auf die enge Straße, die uns zur Vila Rosa führt.

Die Straße ist eingefasst mit Natursteinmauern. Also die liebe ich sowieso. An einigen Stellen sind die Mäuerchen eingefallen, und ich finde so viele kleine Ecken, die ich gerne fotografieren möchte. Muss, nein will. Ich will das. Aber erstmal müssen wir in die Vila Rosa finden.

Im Internet steht, dass das Haus nicht leicht zu finden sei. Suzana, unsere Vermieterin, hat dem Ehemann in der Mail genau beschrieben, wie wir dort hinkommen. Außerdem haben wir uns über GoogleMaps schon mal einen ungefähren Überblick verschafft. Also, wenn nicht wir, wer dann? Virtuell waren wir längst da!

Es geht mal einige Meter den Berg hoch, mitten in den Wald hinein, dann steil bergab, bevor es noch mal wieder bergauf geht.
Die Vila Rosa steht hoch über einer kleinen ruhigen Meeresbucht und hat einen eigenen Zugang zum Meer. Einen sehr steilen Zugang zwar, aber einen eigenen Zugang. Es ist ein Traum.

Sandra Dirks - Villa Rosa

Sandra Dirks - Villa Rosa außen

Es ist so wunderschön. Sagte ich schon, oder?

Sandra Dirks - Villa Rosa außen

Sandra Dirks - Villa Rosa außen Meerblick

Die Vermieterin Suzana ist total sympathisch. Sie empfängt uns mit Lockenwicklern. Total süß. Sie spricht mit den Gästen Englisch, ist aber total fröhlich und entspannt, weil der Ehemann Kroatisch spricht.
Sie und ihr Mann leben hier sieben Monate im Jahr während der Saison. Sonst leben sie in Zagreb. Suzana ist Künstlerin und arbeitet mit Keramik. Die liebevollen Details, die das Haus schmücken, lassen darauf schließen, dass Suzana ein künstlerisches Händchen besitzt. Mir gefällt ja sowas.

Unsere Wohnung ist sehr schön.
Das Haus ist 2007 neu gebaut, mit Natursteinen verkleidet, und so geschickt gebaut, dass jede Wohnung mindestens einen kleinen Blick auf die Bucht hat.

Sandra Dirks - Vila Rosa, Blick aus der Wohnung Mirta aufs Meer

Sandra Dirks - Villa Rosa außen Terrasse mit Meerblick

Zudem sind die Balkone und die Terrassen so ausgerichtet, dass man sich nicht gegenseitig draufschauen kann. Sehr durchdacht. So kann man sich auch weniger auf den Keks gehen, denn man sieht sich schließlich nicht.

Sandra Dirks - Bougainvilea am Balkon
Es hat auch jede Wohnung einen eigenen Eingang. Das ist wirklich gut gelöst.

Ein Pool gehört auch zum Haus. Das hat mich sehr begeistert, weil ich nicht unbedingt so gerne im Meer schwimme.

Sandra Dirks - Villa Rosa Pool

Sandra Dirks - Villa Rosa Pool mit Sonnenliege

 

Sandra Dirks - Villa Rosa Palmentopf

Der Pool ist sehr klein, so dass man dort nicht wirklich schwimmen kann. Aber es reicht auf jeden Fall für kleine Runden, und erfrischend ist es sowieso. Sandra Dirks - Villa Rosa Pool Detail

Sandra Dirks - Villa Rosa außen Gartentor

Sandra Dirks - Villa Rosa Außentreppe
Aber das Wasser im Meer ist hier sehr klar, da kann auch ich schwimmen. Ich gehe ja sonst eher nur bis zur Wade ins Wasser, so an Nord- oder Ostsee, das mag ich gar nicht. Ja, ich BIN die Prinzessin auf der Erbse!

Aber man muss wegen der Steine diese Gummischwimmschuhe tragen, weil es sonst viel zu gefährlich ist, und man sich super die Füße aufreißen kann.
Außerdem habe ich schon mal weniger Angst auf irgendwas drauf zu treten. Iiiiihigitt, Tiere! Dieses ganze Naturdings ist ja nicht so meins. Quallen gibt es hier übrigens nicht.

Wenn Ihr meine Reiseberichte kennt, dann wisst Ihr ja schon etwas über unser Ritual:

  1. Das ganze Zeug aus dem Auto in die Wohnung laden!
  2. Dann einkaufen! Den Supermarkt am Urlaubsort erkunden.

Das macht uns normalerweise riesig Spaß. Diesmal ist es anders. Wir müssen die enge Straße wieder zurück, und es beginnt zu regnen. Wir möchten weder die Wohnung, noch das Auto verlassen. Auch wenn wir ein Versorgungspaket von der Tante haben, wir brauchen schon noch ein paar Sachen. WEIN! Kaffee, Frühstück, Dings…

Das Einkaufen selbst macht wie immer viel Spaß. Wir versuchen hauptsächlich kroatische Produkte zu kaufen. Nein, wir sind nicht zu nörgelnden Voll-Ökos mutiert. Es ist wohl die Nostalgie, die den Ehemann antreibt. Viele Marken kennt er aus seiner Kindheit, von den Besuchen bei Oma und Opa. Dann ist es eben auch schön, die Produkte aus dem Urlaubsland zu kaufen. Ganz nebenbei sind diese Marken auch noch viel, viel günstiger, als die importierten Marken. Ich mag die Produkte, weil da immer die kroatischen Worte draufstehen, und mich interessiert nun mal einfach zu wissen, wie was heißt.

Das ist meine Art Vokabeln zu lernen. Ist das nicht toll, wenn man wieder ein neues Wort kennt?

Am ersten Abend gehen wir meistens nicht essen. Wir kaufen Käse, Schinken und Wein, und machen es uns auf dem Balkon nett. Da können wir schon mal testen, ob der Wein der Region etwas taugt, ob es Käse- oder Schinkenspezialitäten gibt, die man unbedingt weiter verfolgen muss. So machen wir das auch in diesem Jahr, und als wir den Supermarkt verlassen, sind wir froh, dass wir uns aufgerafft haben, weil wir ein paar schöne Schätze nach Hause tragen. Zum Glück ist der Pladderregen in einen leichten und warmen Bindfadenregen übergegangen.

Sandra Dirks - Tisch mit Abendessen auf dem Balkon

Während wir den Tisch decken klart es auf. Herrliche Abendsonne, schönes Licht! Wir haben Urlaub, sagte ich das schon?

Sandra Dirks - Tisch mit Abendessen auf dem Balkon 2

Der Wein taugt nix, aber die Flasche sieht gut aus. 🙂

Sandra Dirks - Tisch mit Abendessen auf dem Balkon Maisbrot

Köstliches Maisbrot…Sandra Dirks - Tisch mit Abendessen auf dem Balkon Tomaten

Tomaten und…Sandra Dirks - Tisch mit Abendessen auf dem Balkon Kirschen

Kirschen aus dem Versorgungspaket von Tante Ana.

Sandra Dirks - Tisch mit Abendessen auf dem Balkon Detail

Im nächsten Bericht erkunden wir unsere Meeresbucht. Plitsch, platsch.

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