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Meine Rezension: Nathalie küsst – David Foenkinos

Ein ganz besonderer Liebesroman.
Mein Liebesroman-Favorit des Sommers – nein des Jahres! Der Roman beginnt mit der märchenhaften Geschichte von Nathalie und François. Ein traumhaftes Paar und so verliebt, weiß der Klappentext. Der Klappentext teilt mir aber auch im nächsten Satz mit, dass François zu Beginn der Geschichte sterben wird. Na super, ich lasse das Buch sinken. Will ich das wirklich lesen? Will man Titanic sehen?
Zurücklegen will ich es aus irgendwelchen Gründen auch nicht. Ich lese also weiter im Klappentext, um mich zu versichern, dass es sich nicht um ein Buch mit übersinnlichen Geschichten handelt. In diesem Fall verbliebe es in der Buchhandlung! Wen wird denn Nathalie küssen? Sie hat ja insgesamt 239 Seiten Zeit zum Küssen. Zum Glück gibt es hier auch einen Hinweis: „Als der unscheinbare Quotenschwede Markus ihr Büro betritt, packt sie ihn unvermittelt und küsst ihn. Markus, konsterniert, geht aufs Ganze, eine Liebesgeschichte beginnt, wie sie purer, zärtlicher und empfindsamer nicht sein kann. Während…“. Kann man da etwas anderes tun, als das Buch in die Einkaufstasche zu legen? Nein, ich nicht. Schon der Begriff „Quotenschwede“ macht mich neugierig.

Ich beginne zu lesen und bin begeistert. David Foenkinos erzählt die Geschichte humorvoll in einem irren Tempo. Ein Mittel dazu sind die eingeschobenen Minikapitel, die jeweils eines der Themen aus dem vorangegangenen Kapitel in wenigen Worten oder Sätzen aufgreifen. Unterhaltsame Zwischentöne, die oft für Überraschung sorgen, wie z.B. die Fußballergebnisse eines besonderen Abends, oder das Kapitel 47 – Gedanke eines polnischen Philosophen: „Es gibt großartige Menschen, die man im Leben zum falschen Zeitpunkt trifft. Und es gibt Menschen, die großartig sind, weil man sie im rechten Moment trifft.“ Ach, da sagt er was! Eine so schöne Textstelle. Ebenso wie der Text zu Alain Souchons Chanson „L’amour en fuite“ sicher nur für eines der Zwischenkapitel geschrieben wurde.

Nein, es ist auf gar keinen Fall eine kitschige Liebesgeschichte mit Nackenbeißer-Charme. Es ist ein herrliches kleines Buch, das eine schöne Geschichte bis zum Ende erzählt. Wirklich bis zum Ende, denn am Ende des Romans habe ich das Gefühl, dass das Ende richtig und gut ist. Ich will hier nichts verraten. Ich schlage vor, dass Ihr dieses wunderschöne kleine Buch einfach mal lest. Es ebenso gierig verschlingt, wie ich. Ganze 2 Stunden 50 Minuten hat es gedauert. 239 Seiten, und jede dieser Seiten ist ihr Geld wert.

Fazit: Kaufen, lesen glücklich sein! 🙂

Nathalie küsst

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