Buchtipps

Lesesucht am Beispiel von Alan Bennett

Gestern in der Buchhandlung.
Ich wollte einfach nur mal „eben schnell“ den 3. Teil „Doggy Bag“ von Phillippe Djian kaufen. Ich habe neulich meine Begeisterung für seine Bücher entdeckt. „Nur mal eben schnell in die Buchhandlung“ ein Witz, ein guter Witz. Jeder weiß, dass ich das nicht kann und auch keiner meiner Freunde kann das. Lächerlich! Manchmal gibt es therapeutische Besuche, bei denen man sich vorher fast hypnotisiert: „Nein, heute kaufe ich hier gar nichts!“ Manchmal klappt das. Darüber wollte ich aber auch gar nicht schreiben. Ich wollte heute mal eine Leseempfehlung geben. Leicht, für den Ferienkoffer geeignet, für die, die gerne ein Buch mit in den Urlaub nehmen, es aber doch nie ganz schaffen und es fast ungelesen zurückbringen. Das passiert mir nie, aber es gibt ja auch solche Leute.
Also, die Romane von Alan Bennett haben maximal 130 Seiten, das ist mal schnell weggelesen!

Ich stehe vor dem Regal und zwinge mich, mich auf den Buchstaben „D“ zu konzentrieren. „D, d,d“, murmele ich, für Djian eben. Leider beginnen aber Alphabet und Regal weiter vorne. Also folgt mein Blick nicht meiner Stimme. Er bleibt an der Signalfarbe rot hängen. Rot! Bei kleinen leinengebundenen Büchern. Süß! Beim Buchstaben „B“! Hallo? Ich will doch, ah, das ist ja Alan Bennett. Der, der den lustigen Kurzroman „Handauflegen“ geschrieben hat, den ich mal neulich so fast als Dessert verschlungen habe. Der, der das Buch schrieb, auf dem die Queen vorne drauf ist, damals stand das im Bestsellerregal. Ah, da ist es ja. „Die Souveräne Leserin“. Wollte ich immer schon mal lesen. Jetzt mitnehmen. Ach, da ist ja auch „Così fan tutte“. Auch mit. Was ist denn das? Noch ein Buch von ihm: „Kräcker unterm Kanapee“. Klingt superwitzig. Muss auch mit.

AlanBennett

Jetzt aber endlich zu „D“ und den Djian gegriffen, dann schnell nach Hause.  Auf einem Tisch liegt noch Miljenko Jergovic „Das Walnusshaus“. Das wollte doch der Ehemann lesen, allerdings auf kroatisch. Hm, egal, klingt gut, muss ich auch lesen, für mich bitte deutsch. Mitnehmen! Oh und das Buch über erfolgreiche englische Schriftstellerinnen. Hm, klingt das gut! Mitnehmen.

Zu Hause angekommen vertieft sich der Ehemann sofort in das Buch von Jergovic. Ich sauge begeistert die englischen Schriftstellerinnen auf und dann fast am Stück (also die Nacht lag leider dazwischen) ALLE drei Bücher von Alan Bennett. Also wirklich, ich bin so begeistert. Er ist witzig, er ist bissig und es scheint alles so real, seine Figuren sind so schön schrullig. Besonders gut gefallen mir die sechs Geschichten in „Kräcker unterm Kanapee“. Ich kann mir alle Protagonisten so gut vorstellen und verspüre große Schadenfreude, die mich ganz versessen aufs Weiterlesen macht. Ich kann alle drei Bücher nur empfehlen. Besonders an Freunde des britischen Humors. Vorsicht, sobald man im Buch drinsteckt, ist es auch schon vorbei. Eigentlich schade. Aber es ist wie im echten Leben: Die schönsten Dinge sind ja auch eher schnelle Vergnügen. 😉

P.S. In meinem Einkaufswagen bei Amazon liegen schon „Vatertag“ und „Die Lady mit dem Lieferwagen“. Habe ich noch was übersehen?

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