Life!

3. Traugespräch … bärenstark!

Vor ca. einer Woche rief ich den Pfarrer an, um nun den letzten Termin für unser 3. Traugespräch zu vereinbaren. Pfarrer: „Ja, prima passt es Ihnen am Freitag um 17:00 Uhr?“ – Braut: „Ja, das passt hervorragend!“ – Pfarrer: „Wo? Ach wissen Sie was, dann komme ich zu Ihnen!“ – Braut: „….???…“ – Pfarrer: „Hallo?“ – Braut (findet nur mühsam die Stimme wieder, antwortet mit matter Stimme ganz tapfer): „Euh, ja, das ist toll! Dann am Freitag um 17:00 Uhr!“ – Pfarrer: „Schön, dann bis Freitag!“ …
STRESS! Nein, kein Hochzeitsstress, Aufräumstress, wie wenn die Schwiegereltern kommen nur mit Staubwischen vorher und herumstehenden Schrammel wegräumen! Gut, wir haben eine Woche Zeit, bis dahin schaffen wir’s vielleicht. Eingangsschneise, Wohnzimmer und Gästeklo, das kriegen wir hin, das können wir anbieten.

Soeben ist der Pfarrer weg und ich muss sagen, dass er uns immer sympathischer wird. Er hat uns nicht die Frage gestellt, wo wir uns kennengelernt haben und wie wir am besten christlich unsere Kinder erziehen werden, nein es war noch mal ein interessantes Durchsprechen aller Details vor dem großen Tag. Ich konnte auch noch mal eines der Lieder austauschen, konnte mich wahrlich nicht mehr abfinden mit „Geh‘ aus mein Herz und suche Freud'“. Jetzt ist es perfekt. Besonders beruhigend war auch, dass er nicht noch mal den Termin geprüft hat. Außerdem waren wir sehr froh, dass er nicht Namen und Adresse erfragt hat. Naja, immerhin saß er ja in unserem Wohnzimmer.
Der Höhepunkt war aber folgende Aussage zum Abschluss: „Tja, ich würde Sie ja auch gerne dann am Abend zu unserem Sommerfest einladen zu dem wir in diesem Jahr etwa tausend Sinti und Roma erwarten , ach aber Sie feiern dann ja Ihre Hochzeit, hm das ist ja schade. Das wird ganz toll, die ganze Wiese ist voller Menschen… Aber am Sonntag ist ja auch noch schwer was los rund um die Kirche. Schauen Sie doch mal vorbei!“ – Braut und Bräutigam wird’s heiß und kalt, klick – klick – klick. Blass werden beide, sehr blass. Der Bräutigam findet die Stimme wieder: „Ab…, abe…, aber wwwwwir wollten doch nach der Kirche auf der Wiese einen kleinen Sektempfang abhalten. Hm, was machen wir denn da? Äh, was findet denn dann am Nachmittag statt?“ – Pfarrer: „Na, das große Fest beginnt ja schon am Freitag. Nachmittags ist da aber nichts, wir fangen erst am Abend wieder an. Das wird toll!,“ jubelt er. Braut: „Ja, aber ist denn das o.k., wenn wir dann trotzdem unseren Empfang mit unseren Gästen da machen?“ – Pfarrer: „Ja, na klar, sie können auch alles nutzen, was da aufgebaut ist. Wir haben eine große Bühne, Sitzplätze für 500 Leute und auch ein Zelt… Wieviele Leute sind denn das? Das müsste doch reichen, oder?“ – Braut: „Jjja, wir sind so 40!“ – Pfarrer: „Na, das bekommen wir gut hin. Da haben Sie wirklich Glück! Und wenn’s regnet, dann können Sie sogar im Vorraum der Kirche den Empfang machen…“ – B & B sind wieder irritiert, hatte er nicht beim 2. Gespräch erzählt, dass wir auf gar keinen Fall die Kirche nutzen könnten, beim Regen? – Er spricht weiter: „… ach und wir haben auch noch eine Menge Stehtische, die können wir Ihnen dann auch bereitstellen!“ – B & B der Ohnmacht nahe – Hä? Hatte er doch dies beim anderen Gespräch abgelehnt und als nicht möglich bezeichnet, so ist es jetzt gar kein Problem mehr? Ja, uns ist es etwas mulmig zumute: und wenn er das in der nächsten Woche wieder vergessen hat? …
Er verabschiedet sich und wir finden, dass es der beste Pfarrer der Welt ist. Frei nach dem Motto „Ach, was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“ sind wir große Sorgen los:
1. Empfang mit Sitzplätzen für unsere älteren Gäste
2. Empfang bei Regen ohne große Umwege
3. Beschäftigung der Gäste zwischen Kirche und Feier, denn das ist für einige immernoch nicht die rechte Freude. Die Abendveranstaltung auf der Wiese beginnt nämlich schon ab 19:00 Uhr…

Der Pfarrer verabschiedet sich. Für B & B gibt es jetzt nur noch eines: sofort im Internet recherchieren, was da wirklich los ist. Vielleicht gibt es ja noch mehr Überraschungen an diesem Tag?
Hier das Ergebnis:
Urs Karpatz, (der Karpaten Bär) ist eine Gruppe, bestehend aus 9 Roma-Musikern.Die meisten von ihnen leben in Frankreich.Wie dies in der Familie von Urs Karpatz Brauch ist, reisen die Musiker mit ihren Familien und ihren Bären umher.Die Musik von Urs Karpatz besticht durch gekonnte Arrangements und wunderschöne Gesänge.Das Repertoire besteht aus der traditionellen Zigeunermusik und den polyphonen Liedern der Balkanzigeuner. Die Musiker spielen durchwegs auf höchstem Niveau.

Tanzbären??? Phantasien der Braut: entlaufener Braunbär „JJ1“, selbst mit Liebesköder-Bärin „Nora“ nicht einzufangen, wurde erschossen…
Braut sieht Schlagzeile: „Hochzeit verhindert. Tanzender Braunbär verwehrt Braut Zugang zur Kirche!“
Aber Phantasie Nr. 3 sorgt für Stresslevel gleich null, ein entspanntes Gefühl stellt sich ein, wir wollen ja keinen Hochzeitsstress: „Hochzeitsbilder mit Tanzbär“
1. Bild: Brautpaar mit Tanzbär,
2. Bild: Brautpaar mit Trauzeugen und Tanzbär
3. Bild: Brautpaar mit Eltern und Tanzbär
+ einzelne Portraits mit Tanzbär….
Jetzt mal ehrlich, wer kann so etwas sonst noch seinen Gästen bieten, hm???

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  • SandiBraut07
    6. Juli 2007 at 22:50

    Nach zwei Gläsern Rotwein und einem anschließendem XO Cognac bei Florean’s fallen mir noch weitere Motive ein:
    4. Photo: Blumenkinder auf Tanzbären sitzend
    5. Photo: Blumenkinder auf Tanzbären in Richtung Ring galoppierend, bisschen ängstliche Gesichter der Blumenkinder
    6. Photo: Tanzbär galoppierend Richtung Park an der Kirche vorbei ohne Blumenkinder
    7. Photo:
    Väter der Blumenkinder mit Flinte jagen Tanzbären Richtung Ring
    8. Photo: Mütter der Blumenkinder und Braut verbinden die kleinen Blessuren der Blumenkinder mit Kinderpflaster
    9. Photo: Besitzer von Tanzbären jagen Väter von Blumenkindern mit Flinte Richtung Park.
    10. Photo: ???

    Gute Nacht! :-)) *hicks*

  • SandiBraut07
    6. Juli 2007 at 23:00

    Auch eine Schlagzeile wäre dies:
    „Tierschützer verhindern Hochzeit!“: Am Samstag, den 14. Juli verhindern militante Tierschützer eine Hochzeitszeremonie in der PunktPunktPunkt-Kirche. Mit ihrer Aktion „Gegen die nicht artgerechte Haltung von rumänischen Tanz-Braunbären“ versperren die Aktionisten die Durchfahrt zur Kirche. Einer sich im Taxi befindenden Braut gelingt es nicht, sich zur Kirche durchzukämpfen, Aktionisten haben sich im Kopfsteinpflaster eingegossen und machen die Straße so für Brautschuhe unpassierbar. Wie wir aus gut unterrichteten Kreisen erfahren haben, hat die Braut mal wieder ihr Handy nicht dabei (ein Fall, der häufiger vorkommt..). So kann sie nicht verhindern, dass Gäste und Bräutigam unverrichteter Dinge nach ca. drei Stunden die Kirche wieder verlassen und mit stimmungsvoller Zigeunermusik den angebrochenen Tag stilvoll ausklingen lassen. Über den Zustand von Braut und Bräutigam ist uns leider bis heute nichts bekannt.

    Jaja, ich weiß: Jetzt isses ja gut!

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