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Wie geht eigentlich Siebdruck? Bericht vom Workshop im Protohaus Braunschweig

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

Wie funktioniert wohl Siebdruck?

Das habe ich mich schon länger mal gefragt. Ich stellte mir Siebdruck als eine Riesenmatscherei vor, bei der irgendwie am Ende coole Sachen entstehen. Auf keinen Fall wollte ich das zu Hause probieren, obwohl es mich ja seit einiger Zeit sehr reizt.

Seit einiger Zeit reizt es mich außerdem sehr, mich mit dem Entwurf eigener Stoffmuster zu beschäftigen, sowohl handwerklich als auch digital. So war es nur eine Frage der Zeit, wann ich wohl eine Möglichkeit zum Siebdruck finden würde.

Weben ist ja grundsätzlich keine Sauerei, also da klebt und kleckert nix, aber beim Linoldruck auf Stoff, da musste ich schon ein bisschen aufpassen. Das war hier, schau mal: https://www.sandis-kolumne.de/gartendings/druckergebnisse-terrassenupdate/

Spoileralarm: Siebdruck muss auch keine Riesenmatscherei sein, wenn man ein bisschen vorsichtig mit den Materialien umgeht.

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

Hier in Braunschweig haben wir seit einiger Zeit das Protohaus. Dort kannst du etwas über Siebdruck lernen. Nicht nur lernen, sondern auch MACHEN. Machen ist so ein Stichwort. Dafür gibt es heute Makerspaces, oder hier in Braunschweig eben das Protohaus.

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

Was ist das Protohaus?

Es ist eine offene Hightech-Werkstatt, die dir verschiedene Maschinen bietet, an denen du dich [kreativ] austoben kannst. Dazu gehören eine Holz-, Metall- oder Textilwerkstatt, 3D-Druck, ein E-Lab, Virtual Reality (zum Programmieren deiner eigenen virtuellen Welten), ein Lasercutter und eben Siebdruck.

Um die verschiedenen Werkstätten zu nutzen gibt es verschiedene Einführungskurse, die du vorher absolvieren musst, um die Geräte zu benutzen.

Übrigens: Die Textilwerkstatt ist übrigens eine gute Idee, wenn du mal hier oder da eben selbst eine Naht nähen möchtest. Damit bin ich zu Hause sehr gut versorgt, aber der Lasercutter und Siebdruck haben mich sehr gereizt.

Fast vergessen: Um die Geräte zu benutzen musst du natürlich Mitglied beim Protohaus sein. Das ist immer eine dreimonatige Mitgliedschaft, die sich automatisch verlängert, wenn du nicht kündigst. So kannst du deine kreativen Ausbrüche ein bisschen planen, und bist nicht langfristig gebunden, z.B. an einen Vertrag, oder an eine eigene Werkstatt, für die du deinen Kellerraum, oder dein Arbeitszimmer umgestaltest. Das finde ich sehr praktisch. Also ein Fitness-Studio für Hand, Herz und Hirn.

Hier findest du zusätzliche Informationen: http://www.protohaus.org/

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

In der Chillout-Zone im Eingangsbereich steht ein Tischfußball-Dings aus Pappe. Das finde ich ziemlich cool. Wahrscheinlich kann man sich so ein Gerät hier auch bauen.

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

Außerdem gibt es hier überall Dekoobjekte zu entdecken. Das hier, das ist z.B. mit dem Lasercutter erstellt. Auch ganz schön cool.

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

Oben an der Wand entdecke ich dieses. Defenitiv nix fürs Wohnzimmer, aber ich finde es klasse.

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

Ganz in der Ecke geht es in die Holzwerkstatt. Ich glaube, dass das nicht so mein Ding ist. Vor diesen Geräten, die sich hinter der grauen Tür verstecken, da habe ich schon großen Respekt. Aber wer weiß, auf welche Ideen ich noch so komme?

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

Den Harry Plotter hier, den finde ich auch sehr interessant. Über so ein Gerät habe ich in den letzten Monaten immer mal nachgedacht. Ich werde es sicher mal testen, schließlich brauche ich das nicht täglich.

Im Siebdruckworkshop

Unser Siebdruck-Coach heißt Bob. Er ist ein Siebdruck-Profi, der uns erstmal das Protohaus zeigt, dann Theorie vermittelt, bevor es aktiv losgeht. Er ist ein bisschen aufgeregt, nachdem wir uns vorgestellt haben, weil er Angst hat, dass ich jobmäßig da sitze und seine Präsentation bewerte und dann ist da noch ein Teilnehmer, der ein echter Siebdrucker ist, der ihm auf die Finger schauen könnte. Aber weder der andere Teilnehmer noch ich, wir haben etwas auszusetzen. Er macht das nämlich wirklich gut, der Bob.

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

Jeder bekommt ein Sieb. Die Siebe sind schon gebraucht, sie sind gereinigt, und bereit für unsere Druckideen.

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

So sieht das aus, wenn die Siebe gereinigt werden: Mit einer Spezialflüssigkeit wird die Beschichtung (Fotoemulsion) angelöst, dann wird mit einem kräftigen Wasserstrahl die Beschichtung endgültig gelöscht.

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

 

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

Da gehen schon einige Liter durch. Es scheint weniger schmierig, dafür aber nass.

 

Zum Beschichten wird in der Dunkelkammer eine spezielle Flüssigkeit aufgetragen, die Fotoemulsion, die dann in einem Ofen eine Weile trocknen muss, bevor unsere Siebe in einen Belichtungsautomaten kommen, der unsere Motive auf unser Sieb überträgt.

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

Die Dunkelkammer, wurde extra für Siebdruck in den Raum gebaut.

Der Belichtungsautomat: Das ist übrigens echt da „Where the magic happens“, weil man direkt nach dem Belichten mit dem Sieb quer durch den Raum rennt, um schnell das Motiv auszuwaschen. Bei mir sind vier Motive auf dem Sieb. Ich habe mit verschiedenen Schriftarten experimentiert, die ich in Vektordateien umgewandelt habe. Diese Dateien wurden auf Spezialfolien gedruckt, die dann zum Belichten auf das Sieb gelegt wurden. Diese Motive müssen aus der blauen Beschichtung ausgewaschen werden. Während ich in den ersten zwei Minuten während des Auswaschens noch etwas ungläubig das Sieb anschaue, löst sich die Farbe an den richtigen Stellen, und ich rufe: „Cool! Das funktioniert!“ – Ach? Das scheint allerdings niemanden sonst zu überraschen.

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

Ich habe zwar die Motive, weiß aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was ich später damit machen möchte. Grußtafeln? Einkaufstasche? Einfach erstmal auf irgendeinen Stoff drauf drucken. Ich lasse mich überraschen, denn das Thema ist mir völlig neu.

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

Auf dem Wagen ist das Siebdruckkarussell für den Vierfarbdruck befestigt. Bob erklärt uns, was man damit machen kann, jedoch ist der Mehrfarbdruck in diesem Einführungskurs nicht vorgesehen. Das passt schon.
Auf dem Wagen befinden sich aber auch alle möglichen anderen Materialien, die man so für den Siebdruck benötigt. Hier siehst du z.B. die Farben.

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

Wir befestigen unsere Siebe auf den Arbeitstischen. Jetzt geht es gleich los, und ich bin sooo gespannt, ob meine Motive funktionieren. Bevor es losgeht probieren wir uns alle gemeinsam an einem Protohaus-Motiv auf Papier aus, um zu verstehen, wie man die Farbe aufträgt und das Rakel bedient.

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

Jetzt noch die Farbe aussuchen, und dann geht es los.

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

Für die erste Runde wähle ich – na klar – PINK. Für die 2. Runde gold. Ich bin so begeistert, weil es erstaunlich gut funktioniert, dass ich ganz vergesse, weitere Fotos zu machen. Tse, Teilzeitblogger.

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

Die Ausbeute, meine ersten selbst gedruckten Stoffstücke und ein Versuch auf schwarzer Pappe.

Sandra Dirks - Siebdruck Workshop im Protohaus

Ich bin sehr begeistert über diese ersten Versuche mit Siebdruck. Es ist auch gar keine wilde Schmiererei, wenn man ruhig, Schritt-für-Schritt und mit ein bisschen Überlegung vorgeht. Ja, es braucht viel Wasser und viele Materialien. Gut zu wissen, dass es das Protohaus gibt, und dass man hier auch sehr professionelle Unterstützung findet, damit das gelingt. Basis dafür ist allerdings, dass du einen Siebdruck-Einführungskurs besuchst. Die Termine findest du auf der Webseite.

Was ist aus meinen Stoffstücken geworden?

Ich habe aus meinen Stoffstücken kleine Geschenkesäcke für Weihnachten genäht. Dazu habe ich pinkfarbenen Paillettenstoff für die Drucke in pink verwendet und für die goldenen Drucke einen naturfarbenen etwas dunkleren Baumwollstoff mit goldenen Punkten. Für kleine Tunnel mit Zugband hatte ich dann doch nicht genügend Platz auf dem Stoff, so dass ich die Säckchen einfach an drei Seiten zusammengenäht habe, um sie dann einfach mit Geschenkband zuzubinden. Ganz schön süß sind die geworden. 

Voilà, die ganze Ausbeute!

Das Stoffstück war einfach etwas zu klein, oder das Geschenk war zu groß, so dass ich einen größeren Geschenkesack genäht habe, auf den ich dann das Motiv appliziert habe. Das kannste natürlich auch machen.

Der kleine Sack reicht für eine kleine feine Miniflasche Wein.

Hier glitzert und leuchtet es pink.

Am Ende war ich ganz verliebt in das Ergebnis.

Mein Fazit: Absolute Empfehlung, einfach mal Siebdruck ausprobieren. Ich bin begeistert, wie gut das Ergebnis ist. Das ist natürlich nie eine Garantie. Jetzt überlege ich, was ich im nächsten Jahr mal drucken könnte. Vielleicht mein Logo von https://sandra-dirks.de/? Sicher fällt mir etwas ein, wenn ich die Ideen noch etwas sacken lasse.

Ich freue mich, wenn ich dich zu eigenen Ideen inspirieren konnte. Hast du schon einmal Siebdruck ausprobiert?

 

 

 

 

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