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Nähzimmer-Inspiration: Die Nähgarninventur

Nähgarn fliegt oft einfach so herum. Selbst als Nähanfänger stellt man schnell fest, dass sich die Bestände an Nähgarn sehr schnell vergrößern. Sei es, dass man selbst einem Hamsterkauf verfällt, weil es gerade irgendwo billig ist, oder dass man einfach sämtliche Nähgarnbestände aus 300 Jahren Nähgeschichte der Familie angeliefert bekommt.

„Hach, Du nähst? Schön!“, rufen da die Omis und Tanten, während sie prall gefüllte Gefriertüten mit jeder Menge Nähgarn „Statt Blumen, Kind!“ zu jeder sich bietenden Gelegenheit mitbringen.

Am Anfang war ich verwirrt. Später dankbar, denn grundsätzlich ist das auch eine gute Idee, denn wer mit dem Nähen beginnt, der stellt schnell fest, dass Nähgarn ganz schön teuer werden kann. Wenn Du für den Meter Stoff, den Du gerade für’n Euro günstig gejagt hast, eine Rolle Garn für 3-4 Euro kaufst, dann weißt Du, was ich meine.

Es stellt sich aber auch schnell heraus, dass Nähgarn von guter Qualität einfach den besseren Dienst leistet. Verdammt. Sagen wir es ruhig ganz deutlich: Es minimiert den auftretenden Nähfrust ganz enorm.
Am Anfang zweifelt man an den eigenen Fähigkeiten, oder zaudert mit der Maschine, bis man plötzlich feststellt, dass der Faden nicht mehr reißt, wenn man eine andere Farbe wählt. Ach, was ist denn da los?

Erst hat man den rosa Faden aus dem riesigen Discountersortiment, der alle 3 cm reißt, und damit sämtliche Geduldfäden im Kopf. Man ist versucht auszurufen, dass man nähen kacke findet, und überhaupt schickt man allerlei Flüche hinterher, für die man sich eigentlich am Ende den Mund ausspülen müsste.
Dann gibt es da aber plötzlich gar kein Problem mit dem grünen Qualitätsgarn, das man im Stoffladen dereinst passend zum Stoff kaufte. Mit diesem Garn könnte man tadellos einfach einen Kilometer ohne Probleme durchnähen.

Man probiert auch noch die anderen Fäden aus dem riesigen Discounterfarbsortiment. Peng! Mit dem gleichen Ergebnis, während man mit dem anderen Garn, selbst mit dem IKEA-Faden, der auch preiswert ist, gar kein Problem hat.
Zack! So funktioniert lernen! Das Discountergarn bleibt in der Kiste, während man fröhlich weiter mit anderen Garnen näht.

Das sind auf jeden Fall meine Erfahrungen. Vielleicht ist es bei Euch anders. Aber ich habe mich jetzt von den Garnen getrennt, die ich einfach immer wieder mit den funktionierenden Garnen zusammen aufbewahrt habe. „Kannste ja nicht wegschmeißen.“, dachte ich immer. Aber was soll das, irgendwann brauchst Du den Platz einfach für Garne, die Du wirklich verwendest. Und mal ehrlich:

Was willst Du mit Garnen, die Dir den ganzen Nähspaß nehmen?

In den letzten Tagen habe ich mal meine Garne neu durchsortiert, zum Teil auch farblich. Den Großteil meiner Garne bewahre ich seit etwa zwei Jahren in IKEA-Vorratsgläsern auf. Ich habe mir immer mal ein Glas mitgebracht, und weiter nach Farben unterschieden. Ich glaube, beim nächsten Besuch brauche ich ein größeres Glas für pink.

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Ich liebe einfach pink und rosa.

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Eine Sache bleibt mir jedoch ein Rätsel. einmal im Jahr muss ich die Gläser reinigen. Sie werden von INNEN staubig, obwohl ich sie immer mit dem Deckel verschließe. Kann mir das bitte mal jemand erklären? Gerne in den Kommentaren. 🙂

 

Was ist mit den alten Garnen von Omi und Tante?

 

Ich lese oft, dass sich Garne irgendwann zersetzen, als0 sowas wie ein Verfallsdatum haben. Das mag vielleicht sein, aber ich habe diese Erfahrung bisher nicht gemacht. Ich nähe seit meinem 14. Lebensjahr, mal mehr, mal weniger. Huch! Das sind dann also jetzt 30 Jahre!!! Alter Falter. So aufgeschrieben hier im Blog brauche ich nach dieser Feststellung gleich mal einen Schnaps.

Ich habe jetzt eine Rolle Gütermann Garn gefunden, die ich damals für meine 1. Bluse, also mein allererstes Nähstück gekauft hatte. Ein ausgesprochen hässliches Türkisgrün. Tse, die 80er eben. Es ist die Rolle, die hier auf dem Bild ganz vorne rechts unscharf ins Bild zeigt. Diese hässliche Farbe habe ich neulich für irgendwas gebraucht, und es funktionierte immer noch tadellos.

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Zudem habe ich die alten Garne der Patentante meines Mannes geerbt. Tante Margarethe hat in den 50er Jahren, bis Mitte der 80er Jahre in Wales, in Großbritannien gelebt. Sie war ursprünglich Schneiderin, und hatte einen Riesenfundus an Dewhurst Sylko-Garnen auf Holzspulen, die ich alle vor etwa fünf Jahren bekommen habe. Die Garne sind aus den 60er und 70er Jahren. Einige wenige Rollen habe ich damals aussortiert, weil sie einfach sehr ausgeblichen oder schmuddelig waren, aber das waren eben Farben, die irgendwo offen lagen. Ansonsten habe ich seit fünf Jahren sehr gute Erfahrungen mit den alten Garnen gemacht. Vielleicht, weil sie unter Verschluss waren? Seit zwei Jahren bewahre ich meine Garne offen in Gläsern auf, aber das hat ihnen bisher auch nicht geschadet. Ich würde mal sagen, dass es, was die Haltbarkeit von Nähgarnen angeht sicher auf den Einzelfall ankommt.

Auch auf den Nähzweck kommt es an. Für eine Ledertasche verwende ich extra starkes Garn für Jeans und schwere Stoffe. Dieses hier von Coats kann ich sehr empfehlen: *KLICK*

Ich finde die Sylko-Holzspulen so schön, so dass ich sie sogar gar nicht wegwerfen kann, wenn sie leer sind. Sie wandern dann einfach in ein anderes Glas und dürfen dekorativ sein. Das habt Ihr ja schon hier sehen können.

Instagram - Wochenende 9

Instagram - Wochenende 13

Am Anfang dachte ich, dass ich manche Farben sicher nie brauchen werde. Da habe ich mich aber getäuscht. Ich bin ja doch ganz schön farbenfroh, und konnte bisher eine ganze Menge an Garnen schon verwenden.

Mittlerweile sind es wenige Rollen geworden. Jetzt ist mir zum ersten Mal die Farbbezeichnung aufgefallen. Sowas begeistert mich ja auch.

 

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‚Fiesta Pink‘ bringt Dich schon beim Nähen in Partystimmung.

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‚Romany Brown‘ erinnert mich fast an meinen Aquarellkasten, und ‚Rusty Red‘ ist echt ganz schön rostig. Das habe ich übrigens vorgestern leer gemacht, mit den kupferfarbenen Hand- und Kosmetiktaschenversuchen, über die ich hier noch bloggen muss.

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Dann plötzlich dies:

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‚Gay Kingfisher‘! Wie ein schwer pubertierender Teenager hopse ich kichernd mit der Garnrolle ins Wohnzimmer.

„Was ist denn ein Kingfisher auf deutsch?“, fragte ich den Ehemann. „Eisvogel“, antwortete er sofort. „Hiihiihihi.“, giggelte ich herum, „Kchchchch, diese Farbe heißt dann schwuler Eisvogel. Uuhhhh, hihi, die Briten. Sowas, sowas.“ – „Gay heißt auch fröhlich oder farbenfroh.“, korrigierte mich der Ehemann sofort. Stimmt, davon hatte ich auch schon gehört.
Aber man ist da manchmal so in Denkrillen gefangen. 😉

Die Farbe ist toll, und ich brauche sie ganz sicher im kommenden Frühjahr-Sommer.

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Dann waren da auch noch diese Farbstapel, damit ist es dann komplett.

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Farben könnte ich mir ja stundenlang anschauen.

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Diese dicken orangefarbenen Garnrollen, die habe ich übrigens bei Valentina Stoffe hier in Braunschweig gekauft. 2,99 €, wenn ich mich richtig erinnere. Lässt sich sehr gut nähen. Ich glaube, das ist eine französische Firma. Wenn man regelmäßig die Kundenkarte abstempeln lässt, dann kann man sich sogar nach jedem 4. Einkauf zwei Garnrollen aussuchen. Das ist klasse.

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Einige Garnrollen bewahre ich auch hängend an der Wand auf. Zum Teil sind das Overlockgarne, oder Farben, die ich sehr oft in größerer Menge brauche. Oder für die noch kein Platz in den Gläsern ist. 😉

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Ich habe diesen Garnrollenhalter von Car-Möbel. Es gibt ihn aber nur noch in der verkupferten Variante. *KLICK*

Kurz zusammengefasst: Mit Gütermann und Amann, von denen habe ich auch noch 2-3 Röllchen, kann man grundsätzlich nichts falsch machen. Auf Stoffmärkten gibt es auch immer wieder Schnäppchen. Mit denen komme ich gut zurecht.
Für Leder und schwere Stoffe, z.B. auch schweres Wachstuch, sollte es ein dickeres Garn sein.

Jetzt sind die Gläser wieder gereinigt und gefüllt auf dem Regalbord zurück.

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In einigen Gläsern habe ich auch Knöpfe, Reißverschlüsse und anderes kleines Nähgedöns. Mir gefällt das so.
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Nun, das ist keine Voodoo-Mary. 🙂 Dekorativ für die großen Stecknadeln, die man noch mal genau wofür nimmt? Als Nadelkissen im Liveeinsatz würde mich das nerven, weil ich die Figur immer wieder umwerfen würde, aber so finde ich es o.k.

So, nun seid Ihr dran. Welche Garne nutzt Ihr denn gerne? Wo und wie bewahrt Ihr denn Eure Nähgarne auf? Ich bin sehr neugierig. Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

 

Gruss xoxo SanDi

 

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  • mitheissernaddel
    8. Januar 2016 at 08:46

    Deine Erfahrung zum Garnverfall teile ich: Da konnte ich bisher auch nichts beobachten. Dass es Garn gibt, welches schon beim Betrachten reißt, hat nichts mit seinem Alter zu tun. Es ist von vornherein Mist.
    Ich bewahre Garn (meist Amann) in einer Schublade stehend auf, da sehe ich von oben, welche Farbe es ist. Das geht mit Gütermann und Holzspulen leider nicht.
    Deine Farbgläser sind beieindruckend schön! Da macht es Spaß, ins Nähzimmer zu schauen.
    Viele Grüße,
    Katharina

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