Wo die Füller wohnen: Mein Tag im Montblanc Haus in Hamburg
Tinte, Berge und ein Baum aus Papier: Als ich den Tipp mit dem Montblanc-Haus in Hamburg bekam, wusste ich nicht, wie sehr es mich am Ende wirklich begeistern würde. Die Marke Montblanc war für mich immer schon ein echter Magnet, und in der Vergangenheit habe ich mir öfter gesagt: „Wenn ich diese oder jene Prüfung bestanden habe, werde ich mir einen Montblanc-Füller kaufen.“ Als es dann soweit war, habe ich die Idee dann doch verworfen, weil ich dachte: „So viel Geld? Ist denn das richtig?“ Ein Besuch im Montblanc-Haus hat mich völlig begeistert.
Aus gesundheitlichen Gründen muss ich immer mal nach Hamburg fahren. Ja gut, wer nicht? Es ist ja immer gut für die Gesundheit, schöne Städte zu besuchen. Aber in meinem Fall hat das auch medizinische Gründe. Wenn ich dann schon mal dort bin, dann lasse ich mir immer etwas Schönes einfallen. Entweder ich schaue mir etwas an, was mich schon länger interessiert, treffe nette Menschen oder Freunde aus Hamburg oder beides.
Dieses Mal zog es mich ins Montblanc-Haus. Ich war sehr überrascht, dass es sich hierbei nicht einfach nur um ein Fanmuseum handelte, sondern um die wirkliche Produktionsstätte. Finger hoch! Wer hat auch geglaubt, dass Montblanc-Füller in der Schweiz produziert werden? Naja, immerhin heißen sie Montblanc. Dass dies eine hanseatische Qualitätsfirma ist, wusste ich nicht. Für mich war das immer ein Statussymbol, dieser Füller, etwas Besonderes, so wie ein besonderes Schmuckstück. Aber der Besuch hat mir gezeigt, was wirklich Qualität ist und warum diese Füller so hochpreisig sind und was das Besondere daran ist. Vielleicht bin ich teilweise naiv oder blöd oder ignorant, aber es hat mich überrascht und sehr begeistert.
Riesige Tüten auf der Wiese
Schon auf dem Parkplatz bin ich sehr fasziniert. Ich finde diese großen Tüten genial und ja, sie transportieren das Besondere der Marke. Zu diesem Zeitpunkt glaubte ich wirklich nur an die Besonderheit und dass es teuer ist, und fragte mich noch, ob es wirklich auch angebracht sei, Schreibgeräte zu diesen Preisen zu verkaufen.




Das ist das Montblanc-Haus. Das ist das Gebäude, in dem die Ausstellung ist und in dem es auch ein Restaurant, ein Café und auch Schulungsräume gibt, in denen man etwas lernen kann. Etwa Kalligrafie oder auch das Schreiben mit der Hand, das schöne Schreiben, oder es gibt auch Vorträge zu ähnlichen und verwandten Themen, die zur Marke passen. Im hinteren Bereich befinden sich die Produktionsstätten. Die konnte ich an diesem Tag leider nicht besuchen, weil diese Führung früher am Tag stattgefunden hat und außerdem ausverkauft war. Aber das werde ich mir auf jeden Fall noch mal zukünftig anschauen.
Ein Baum aus Buchseiten
Von außen ist das Haus sehr klar im Markenstil in Schwarz, und wenn man das Haus betritt, ist alles hell und weiß. Auch die Dekorationen sind in Weiß gehalten, wie dieser Baum aus Buchseiten, der ganz faszinierend am Beginn der Ausstellung steht. Unter diesem Baum befindet sich ein Schreibtisch mit einem Gästebuch, in dem man eine Nachricht hinterlassen kann, natürlich mit einem Montblanc-Füller. Da fing die Leidenschaft schon an. Einfach das Gefühl, wie der Füller in der Hand liegt und wie es sich damit schreibt, das hatte ich noch nie ausprobiert. Obwohl ich immer dachte, ich brauche so einen.





Mein Platz unterm Blätterdach
Ich habe kurz gezögert, ob ich wirklich den Füller in die Hand nehmen darf, um damit zu schreiben. Aber der freundliche Museumsführer, der Fragen beantwortete und mich selbstverständlich mit meinem Handy fotografierte, hat mich dazu aufgefordert. Denn genau dafür ist das Gerät gemacht. Du sollst einfach damit schreiben, um diese Begeisterung zu verstehen. Nur wenn du damit schreibst, kannst du verstehen, warum die Marke sich so viel Mühe gibt und was das Besondere daran ist.



Einmal quer durch die Ausstellung
Dann geht es nach oben in die Ausstellung. Es gibt dort Exponate aus Marketing, Geschichte und natürlich auch Schreibgeräte. Es gibt dort Unterschriften von berühmten Menschen, die mit einem Montblanc-Füller geschrieben haben, Jackie Kennedy z.B. und es gibt natürlich unterschiedlichste Füller und andere Montblanc-Schreibgeräte, faszinierender Art, aus unterschiedlichsten Serien und Werkzeuge zu sehen. Du wirst mit Hilfe eines Audio-Guides komplett durch die Philosophie und die Produktion geleitet.



Was du dir zu Beginn unbedingt anschauen solltest, ist das Video im kleinen verspiegelten Kinosaal. Hier wird die Geschichte der Marke erzählt und ich war zum ersten Mal erstaunt, welche Idee dahintersteckt.
Es ging darum, einen Füllfederhalter, zu entwickeln, der immer gleichmäßig Tinte abgibt. Jeder weiß, wie es ist, mit einem Füllfederhalter zu schreiben, und vielleicht damit herumzukleckern.
Wer fühlt sich hier nicht an die Grundschule erinnert, dort, wo der Pelikan und der Geha bei uns noch später dann auch der Lamy einfach ausgelaufen sind oder unterschiedlich stark Tinte abgegeben haben? Das hat auch die Entdecker oder Entwickler von Montblanc genervt. Sie haben im Jahr 1906, wenn ich mich richtig erinnere, ihr Patent angemeldet. Es ging darum, den Füller als Schreibgerät so herzustellen, dass es immer einen konstanten Tintenfluss gibt. Das war der Moment, bei dem ich dachte: Okay, es ist nicht das Gefühl, dass du einen Montblanc-Füller hast, weil du dich belohnen willst für eine besondere Leistung. Nein, es ist einfach clever. Du kannst viel schneller, viel mehr schreiben, wenn du nicht immer darauf warten musst, dass irgendwelche Flächen auf dem geschriebenen Text extra lange trocknen. Die trocknen alle gleich lang, weil die Tinte immer auf dem Papier landet, in gleicher Art und Weise, in gleicher Menge. Wie cool ist das denn? Warum wusste ich das vorher nicht?
Der Füllerwald
Hier siehst du sie alle, diese Schmuckstücke aus allen Jahrzehnten und in allen besonderen Fassungen. Im Laufe der Ausstellung gibt es noch mehr zu sehen, denn die Füller sind mit ihren zugehörigen Schreibgeräten in der Ausstellung in Serien verteilt.

Ja, so ein Meisterstück, das kann ich mir auch sehr gut vorstellen. Der liegt unglaublich gut in der Hand. Früher hätte ich eher gedacht, dass mir so ein kleines, feines Modell gefallen würde. Aber das Meisterstück ist schon etwas zum richtig guten Schreiben. Das liegt anständig in der Hand, wenn man nicht so eine kleine Patschhand hat, sondern eben so eine richtige Wursthand wie ich.



Liebe Mutti, es ist sooo schön hier
An verschiedenen Stellen während der Ausstellung hast du die Möglichkeit, selber das Meisterstück auszuprobieren. Du siehst nicht nur verschiedene Marketingideen von Montblanc, sondern es gibt auch eine richtige Poststation.



Diese kleine Poststation ist ein Schreibtisch in einer Ecke. Darüber ein paar schmale Regale, in denen diese wunderbaren Postkarten stecken. Sie bestehen aus sehr festem Karton und haben so eine Schmuck-Lasur, die etwas erhaben auf der Karte ist. Mich hat es total begeistert, weil ich gerne solche Materialien anfasse und ihnen nicht widerstehen kann.
Du kannst dort in der Ausstellung ein bis zwei Postkarten schreiben. Sie in einen Briefkasten stecken, der dort auch angebracht ist, alle paar Tage wird dieser Briefkasten geleert und die Postkarten werden verschickt. Auf Kosten von Montblanc. Du solltest es nicht übertreiben, aber eine Postkarte für Mutti ist doch immer drin, nicht wahr?


Das ist der Audioguide. In diesem Moment erschien dieser Spruch: „Träume so groß, dass es andere inspiriert.“ Toll. Damit hatten sie mich zum x-ten Mal mit meiner Begeisterung in dieser Ausstellung eingefangen.
Schriftwechsel und ein Gästebuch voller Filme
Kurz vor Ende gibt es eine wechselnde Ausstellung. Zu diesem Zeitpunkt gab es dort eine Ausstellung zum Thema Film und Drehbuch und Montblanc. Außerdem ging es am Ende im zweiten Raum um einen Kurzfilm, den Wes Anderson für Montblanc kreiert hat. Die Deko dazu folgt im nächsten Raum aber das bringt das Thema Film auf den Punkt.
Welchen Film würdest du gerne machen? Welche Schauspielenden sind dabei? Genau das solltest du in ein Gästebuch schreiben. In ein Gästebuch, das bereits voller Filmideen war. Na klar, nutzte ich wieder die Möglichkeit zu schreiben. Nicht immer nutzt du deine Sonntagsschrift, also ich an dem Tag überhaupt nicht, aber das ist gar nicht notwendig.


Ja, ich weiß, ich bin Romantik-Susi, und in meinem Herzen werde ich auch immer Romantik-Susi bleiben. Darum passen der kleine Film, den du dir mit Musik anschauen solltest, und natürlich auch mein geschriebener Text absolut dazu.
Am Schreibtisch von Wes Anderson
Ich gebe zu, ich bin kein Wes-Anderson-Fan, weil ich dieser Farbgebung einfach nichts abgewinnen kann und dem Coloring dieser Filme, aber es ist eben ein großer Trend, den man hier aufgegriffen hat. Aber ein Foto an diesem Schreibtisch wollte ich trotzdem.



Bibliothek und Kino-Ecke
Hier kannst du dir den Kurzfilm anschauen, den Wes Anderson für Montblanc gemacht hat. Es hängen dort auch extra Kopfhörer, sodass du die Texte hören kannst. Ja, und man hat es so, wie ein Kino aufgebaut, wie eine Bibliothek. So ein Mix aus eigenem Kino und eigener Bibliothek. Sehr cool.


Koffer, Ski und ein Berg aus Licht
Hier siehst du noch mal den Außenbereich dieser Kulisse mit Koffern und allem, was Reisende ebenso brauchen. Hervorragend gemacht. Das alles liefert dir natürlich ohne Ende Stoff, wenn du von diesem Besuch im Montblanc-Haus auf Social Media berichten möchtest.


Zum Schluss noch einmal Architektur


Abgerundet wird der Besuch im kleinen Shop, in dem du landest, wenn du direkt aus der Ausstellung kommst. Dort gibt es so wunderschöne Sachen. Einige Produkte gibt es auch nur dort und nicht in anderen Shops, aber auf jeden Fall kannst du dir hier im Shop dein perfektes Schreibgerät zeigen und zusammenstellen lassen. Da hätte ich noch Stunden Zeit verbringen können, aber irgendwann muss man auch mal wieder nach Hause.
Kennst du das Montblanc-Haus in Hamburg schon? Wie hat es dir dort gefallen? Was sind deine Erlebnisse? Schreib es mir gerne in die Kommentare.

