Das gelb-türkis gestreifte Webband spannt sich über den Bandwebstuhl, der gelbe Schussfaden führt zum kleinen Holzschiffchen

Meter für Meter: Bunte Bänder vom kleinen Bandwebstuhl

Verrückt, ich weiß. Aber es reizte mich, das auszuprobieren. Ich gebe zu, ich habe nicht so unglaublich viel Verwendung für Bänder. Aber, was nicht ist, das kann ja noch kommen. Ich ließ mich inspirieren, denn ich hatte zu diesem Zeitpunkt gerade das große Abo der amerikanischen Web-Zeitung Handwoven. Dieses Abo enthält neben Inspiration, Mustern, Tipps und Tricks auch manchmal Ideen für alternative Webstühle. Dies ist so ein Beispiel: der Ashford-Bändchen-Webrahmen Inkle Loom.

Ich habe vorher etwas recherchiert und gesehen, welche spannenden Ideen es dazu gibt. Manches ist schon viele Jahrhunderte alt. Ergonomisch gesehen, gefiel mir die Idee mit dem Ashford Inkle Loom. Hier bin ich flexibel und kann sowohl mit den Litzen Muster erzeugen, als auch mit Kärtchen.

Die gespannte Kette des Bandwebstuhls läuft schräg durchs Bild, daneben liegen ein gelbes Wollknäuel und die aufgeschlagene Anleitung

Ich verwendete hier eine Wolle, die ich seit bestimmt 15 Jahren im Schrank habe. Ich kann dir nicht mehr sagen, was es für eine Marke ist, weil sie einfach nur noch aus Resten besteht, wahrscheinlich aus meiner aktiven Strickversuch-Phase. Ich habe mich hier an die Anleitung von Ashford gehalten. Es gibt eine Anleitung mit diesem Muster, das du hier siehst, und genau das habe ich nachgebaut, um mich mit dem Inkle Loom vertraut zu machen. .

Ich habe festgestellt, dass die Wolle, die ich genutzt habe, etwas dicker ist als die Wolle, die in dem Beispiel genutzt wurde. Darum gab es am Schluss auch ein bisschen Schwierigkeiten, alle Fäden zu bändigen, und ich musste immer darauf achten, dass sie nicht von den Holzstäben rutschten. Das war ein bisschen nervig, aber ansonsten hat es Spaß gemacht. Ich bin wirklich nicht esoterisch, aber das war richtig meditativ, das aufzuziehen.

Erst mal aufbauen

Auf dem ersten Foto oben links sieht es etwas wuschelig aus zwischen den Fäden. Das liegt daran, dass man die Fäden dort festknotet und nicht immer wieder durchzieht, bis der nächste Faden kommt. Wenn ein Farbwechsel ist, wird der Faden festgeknotet. Das kann dann mal etwas wild aussehen. Das ist aber nicht schlimm, weil es auch die Spannung schafft.

Auf den beiden Fotos drei und vier siehst du helle oder weiße Litzen. Das sind die, die man grundsätzlich auch von Webstühlen kennt, und hier ist es so, dass man sie vorher selbst anfertigt. Da gibt es eine Anleitung im Infoheft, das mit dem Inkle Loom ausgeliefert wird. Diese Litzen werden dann geknotet. Jeder zweite Faden wird z.B. durch eine Litze gezogen und somit ergibt sich ein Fach, wie wir das vom Weben kennen, genauer gesagt zwei Fächer. Das ermöglicht dann hinterher das Webmuster.

So entstehen Muster unscheinbar, oder?

Litzen, Fäden, Fummelei

Es ist ein wenig tricky, die Fäden abzuzählen und dann die Litze dort hineinzufriemeln, da ist ziemlich Spannung und das muss auch so sein. Zwischendurch denkt man: Oje, hoffentlich reißt mir keiner der Fäden. Ich glaube, das ist der Grund, warum ich es mit Leinen gar nicht ausprobieren möchte.

Es wird ein Band

Ich bin fasziniert, was da passiert mit dem kleinen Schiffchen, und immer mal wieder muss man das Band weiterdrehen. Dann habe ich das Gefühl, es wird etwas instabil. Das muss man üben, da braucht es auch ein bisschen Geduld. Aber grundsätzlich finde ich sehr cool, was gerade vor meinen Augen passiert. Die maximale Länge dieses Bandes ist etwa 1,40 m.

Frisch gewebtes Band in Gelb und Türkis mit roten Streifen, straff über die Holzstäbe eines Bandwebrahmens gespannt

Mehrere Lagen des gelb-türkisen Bandes laufen im warmen Lampenlicht über die Holzstäbe des Bandwebrahmens

Blick von oben auf die gespannte Kette in Gelb, Türkis und Rot, die über die Stäbe des Bandwebrahmens läuft

So sieht das mit den Litzen ganz aus der Nähe aus. Sie bringen ordentlich Spannung.

Das Ergebnis

Das fertige Webband in Gelb, Türkis und Grün mit feinen pinken Linien, am Ende laufen die Fäden als bunte Fransen aus

Nach dem Waschen zieht sich das Band noch etwas zusammen. Ja, unten am Start ist es etwas sehr zusammengezogen. So sollte es natürlich nicht sein, aber hallo, es ist mein erstes Band! So schlecht ist es dafür doch nicht, oder?

Das gewebte Band in voller Länge, die gelben Ränder rahmen die türkis-grüne Mitte mit pinken Streifen

Der grüne Faden geht in dem Türkisen schon teilweise unter, aber das ist einfach die Farbauswahl, die ich zur Verfügung hatte. Hier könnte man noch mehr Kontraste setzen und ja, bei den Rändern ist auch noch Luft nach oben. Das ist beim Weben immer mein schwacher Punkt. Manchmal gelingen mir einfach die Ränder nicht.

Hier bei dem Band wäre es schon wichtig, gerade wenn man es vielleicht dafür nutzt, um eine Tasche dranzuhängen, sollte es etwas stabiler sein. Aber man muss auch nicht immer die komplette Menge des Bandes benutzen. Für mich bleibt das erst mal ein Musterband. Mal sehen, was alles noch kommt.

Das fertige Webband liegt in weichen Schlaufen, die gelben Kanten und das türkis-pinke Muster leuchten

Wie ist das bei dir? Hast du auch ein Hobby, das andere oder sehr alte Techniken ermöglicht? Oder webst du vielleicht schon mit dem Inkle Loom? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen. Ich freue mich, von dir zu lesen.

Sandra Dirks – Grußformel am Schluss des Artikels

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