Vielleicht ist Bale kein stiller Ort, vielleicht ist es kein wichtiger Ort. Aber ich empfehle Bale trotzdem. Die kleinen schnuckeligen Gassen, die scheuen Blicke der Einwohner gegenüber Touristen, die in der Mittagszeit mit dicker Kameraausrüstung beladen durch den Ort laufen. Dabei stören sie durch hektisches Dauerklicken des Auslösers die Ruhe. Nur schwer vorstellbar, bei 29 °C! Diese Touris müssen verrückt sein!
Aber: für ein gutes Foto vergisst man einfach mal, dass es viel zu heiß ist. Eine Katze, die wie tot auf dem Platz liegt und sich nur kurz versichert, dass von uns keine Gefahr ausgeht, verstärkt diesen Gedanken, dass wir verrückt sind. Alles das gibt uns außerdem das Gefühl, dass hier gerade ganz kurz vor unserem Eintreffen in Bale ganz einfach die Zeit stehen geblieben ist und sich auch so schnell nicht weiter bewegen wird.
Der Ort ist kroatisch und italienisch zugleich. Das zeigt sich nicht nur im Ortsschild: Bale – Valle. Valle ist der italienische Name. Diesen Namen nutzen die meisten Einwohner Bales, sind sie doch vorwiegend Italo-Kroaten. Das allein ist noch gar nichts Besonderes, denn alle Küstenorte in Istrien haben italienische und kroatische Namen. In Bale gibt es noch eine Besonderheit, die auffällt, wenn man etwas länger in Istrien unterwegs ist. Die Inschriften an den Häusern und an der Kirsche sind meist in lateinischer Schrift, nicht in der glagolithischen Schrift, die auf slawische Wurzeln schließen lässt. Vielleicht ist das der Grund, dass auch die Italienisch-Kroatische Gesellschaft im restaurierten Castel Bembe in Bale – Valle zu finden ist.
Ein paar Fotos vielleicht?
Neben dem Parkplatz
Das Castel Bembe
Ein bisschen Venedig gefällig?
Die Stadtverwaltung
Meine romantische Lieblingsgasse
Bale kann auch modern, so mit Graffiti und so…
Die Kirche
Lateinische Inschrift
Minigasse
Multilingualer Wegweiser, scheinbar gibt es hier Bedarf in vielen Sprachen…
Wir liegen entspannt am Strand, auf Matten und Handtüchern. Es brummt, hinter uns hält ein 7,5 Tonner LKW.
Eine resolut aussehende kräftige Frau in rosa Crocs mit sportlichem Streifendress und ein schlanker braungebrannter Mann, der etwas devot aussieht, springen vom LKW.
Die Frau motzt mit starkem hessischen Akzent, dass der Strand zu voll sei und hier nicht mehr genug Platz sei für die vier Liesche.
Sie schaut zu uns herüber denn scheinbar liegen wir auf unseren Matten auf dem Planquadrat, dass sie sich für ihre Strandfestung ausgewählt hat. Zum Glück findet der devote Mann einen ausreichend großen Platz direkt am Wasser. Plan B gelingt.
Sie beginnen den LKW zu entladen. Minuten später ist ein großer Haufen aus Metallstangen, Sonnenschutz und Sonnenschirm unweit des geplanten Baugebiets am Strand aufgestapelt. Flankiert von Taschen, Liegen und Gästebetten in Taschen.
Herrje, wie viele kommen denn noch?
Es reizt mich, die kleine Filmcamera aus meiner Strandtasche zu nehmen, um einen wirklichen Youtube-Blockbuster zu drehen, habe aber leider Angst vor der kräftigen Frau.
Sie stecken, klappen Dinge auf und bohren Halterungen tief in den Strand hinein. Das Schauspiel dauert ewig. Endlich ist es soweit. Der kleine Sichtschutz bestehend aus Transportaschen wird entfernt und gibt den Blick frei. Doch statt einer Festung haben sie lediglich drei Liegen & zwei Sonnenschirme aufgestellt. Was für eine Show! Ist es ein neuer Funsport: Extrem-Strandaufbauing auf kleiner Fläche?
Ich bin wirklich beeindruckt, drehe mich entspannt auf meiner Matte um und freue mich, dass ich Urlaub habe.
Schönen Urlaub allerseits.
Sie könnten es auch einfacher haben…
Gut, das hat jetzt nicht den Charme einer Strandfestung.
Der Ehemann schreit rum, einfach so. Mein entspannter Ehemann schreit einfach so im Auto herum. Wer ihn kennt, der kann es kaum glauben, aber er wird richtig ein bisschen rot im Gesicht dabei und ich finde das auch irgendwie richtig sexy.
Ich habe auch schon gefragt, ob es etwas Sexuelles ist und dringenden Redebedarf für diesen Fall angemeldet, aber er versicherte mir, dass er nicht den geheimen Wunsch verspüre, mich in bestimmten Situationen anzuschreien.
Er erklärte mir, dass das Anschreien des Navis, der Navigette, einfach der Bequemlichkeit und der Fahrersicherheit diene. Die Konzentration bleibe somit auf der Straße. Aha!
Das spricht auch mein hin und wieder vorhandenes Sicherheitsbedürfnis an und ich lehne mich entspannt in meinem Sitz zurück. Bis nach Kroatien ist es noch weit.
Aber es gibt mir auch ein gutes Gefühl, wenn er diese Navigette anschreit. Ich muss gar nicht eifersüchtig sein, denn liebevoll klingt anders.
Die Dialoge klingen etwas hölzern und für mich als unstrukturierten Menschen, dem jegliche Ablaufroutine zuwider ist, klingt dieser Dialog gar etwas morbide.
Ehemann: “Navigette!”
Navigette reagiert nicht.
Ehemann: “Naviiigette!”
Navigette reagiert nicht.
Ehemann (schreit): “NAAVIIIGETTE!!!”
Navigette: “Sagen Sie einen Befehl!”
Wenn mich jemand so herablassend anschreit, dann möchte ich hier eher auch schnoddrig antworten: “Sprich’ anständig mit mir, Du blöder Wichser, dann reagier’ ich auch. Was willste denn?” - Navigette denkt das aber nur und reagiert ganz professionell. Vielleicht denkt sie aber auch gar nicht, dann gehört sie zu den Frauen, die einem nicht mal Leid tun…
Ehemann: “Runter.”
Navigette (fährt den Cursor herunter): “Sagen Sie eine Zahl!”
<- Da sieht man, wie professionell sie ist, ich hätte erstmal gefragt: “Was? Wie? Runter? Wohin ist denn runter? Und wieso überhaupt?” Zudem hätte ich diskutiert, aber die Navigette weiß, was zu tun ist. Das wäre ja gar kein Job für mich.
Ehemann: “Vier!”
Ja, er kennt sich mit Zahlen aus und außerdem ist hinter der vier dann zufällig auch der Ort gespeichert, an den wir fahren möchten. Wow! Die zwei sind ein gutes Team. Jetzt werde ich doch gleich ein bisschen eifersüchtig.
Navigette: “Vier. Möchten Sie mit der Navigation beginnen?”
Ehemann: “Navigieren.”
<- Also ich hätte einfach “Ja!” oder “Klar, los doch!” gerufen, aber das ist nicht vorgesehen. Diese Form der Kommunikation kommt aus dem militärischen Bereich, um sicherzustellen, dass man den Befehl verstanden hat, nicht dass man den falschen erschießt, oder so. Aha!
Navigette: “Die Route zur aktuellen Route hinzufügen oder neue Route berechnen?”
Ehemann: “Zur aktuellen Route hinzufügen.”
Navigette schweigt.
Ich brülle dazwischen: “ODER!”
Navigette schweigt, wahrscheinlich zieht sie jetzt die Augenbrauen hoch. Der Ehemann schaut mich ein bisschen böse an und ich schlage mir auf den Schenkel, weil ich das totlustig fand. Spaßbremsen, die zwei!
Boh, so eine Zicke, da hat sie ihn ausgetrickst! Erst tut sie so, als hätte sie ihn verstanden, dann zwingt sie ihm ihren Willen auf.
Na warte, Navigette! Ich werde Dich im Auge behalten, so einfach bekommst Du ihn nicht, den Ehemann!
Bevor ich damit begonnen habe, mein Reisetagebuch in meinem Blog zu veröffentlichen, habe ich ja schon von der Inspiration für meinen Garten geschrieben (hier). Die Begeisterung für den Garten und das Haus unserer Vermieterin in unserer zweiten Urlaubswoche habe ich dort beschrieben.
Nachdem wir den Garten in einen entspannten Zustand gebracht haben, haben wir auch angefangen, wieder richtig frisch zu kochen, haben Salatbücher bestellt und versuchen uns jetzt tatsächlich täglich gesünder und frischer zur ernähren. Das ist doch was, oder? Was ein Urlaub so alles bewirkt…
Am letzten Abend haben wir noch mehr Inspiration erhalten und nehmen auch noch die Erinnerung an köstliche Gaumenfreuden mit nach Hause. Wir haben zwar jeden Tag in Kroatien, egal wo, sehr köstlich gegessen, doch am letzten Tag war es besonders frisch und lecker.Frau Kawel, unsere Vermieterin, hat für uns gekocht. Wir sind immer noch so begeistert, dass wir einfach hier die Bilder sprechen lassen.
Fazit und Ausblick:
Wir müssen uns das alles noch genauer anschauen. Das Reiseziel für 2011 ist einfach noch mal wieder Kroatien. Freuen wir uns drauf!
Korčula ist eine kleine alte Stadt nach meinem Geschmack, auf der gleichnamigen Insel gegenüber unserem Ferienort Orebić. Das mediterrane Feeling von Rovinj, nur viel kleiner. Dadurch wird natürlich die Touristendichte wesentlich höher. Wir laufen durch die kleinen Gässchen und die Sonne scheint herrlich. Glücklicherweise ist es etwas bewölkt, damit die Hitze nicht erdrückend ist. Wir erleben eine Sonntagsprozession der Kirche mit, was für mich als Protestantin im ersten Moment ein echtes Schauspiel ist. Der Ehemann macht mir klar, dass das eben etwas ganz „Normales“ sei. Nun gut.
Dann betrachten wir den Ort von oben. Genauso, wie Marko Polo, der 1254 hier geboren sein soll. Sein Geburtshaus wird zur Zeit renoviert, aber der Turm zu diesem Haus ist freigegeben. Kein Wunder, dass er bei diesem herrlichen Blick auf das Meer Fernweh bekommen hat.
Dort drüben ist Orebić
Ich bin erst etwas irritiert, weil ich Marko Polo (oder auch: Marco Polo) immer für einen Italiener und nicht für einen Kroaten gehalten habe. Aber zu seiner Geburtszeit gehörte die Insel Korčula zu Italien.
Hier also Marko Polo, weil in der kroatischen Sprache das „c“ ein „z“ ist und wenn es wie „k“ klingen soll, dann nimmt man einfach ein „k“, statt einem „c“.
…und wieder Gassen und Treppen…
Hier müssen wir unbedingt etwas essen, ein unbeschreiblich schöner Ausblick
Tischdekoration auf der Terrasse des Hotel Korčula
Kurz: Ein Besuch Korčulas lohnt sich auf jeden Fall.
Nach unserem Regenerlebnis wollen wir es noch mal wissen. Wie sieht es eigentlich in Dubrovnik aus, wenn es nicht regnet? Unser Regentrip ist natürlich unbezahlbar, besser als jedes Hochglanzfoto der alten Stadtmauer. Aber so einfach geben wir uns nicht geschlagen. Wir fahren einfach noch mal hin. Es ist wunderschön! Das, was sehr schade ist, dass es im Altstadtkern und auf dem Stradun (der Hauptstraße der Fußgängerzone), fast ausschließlich Tourigeschäfte mit billigen Andenken gibt. Hier könnte man sicher auch andere Dinge verkaufen. Sicher ist es einträchtig, bei den vielen Touristen, die tagtäglich Dubrovnik besuchen. Ein paar edle und außergewöhnlich Geschäfte würden trotzdem vielleicht auch noch mal „andere“ Touristen anlocken. Das wäre schön und dieser altehrwürdigen Stadt angemessen.
Schnell ein paar Sonnenschein-Karten schreiben, bevor es wieder regnet
Hier ein paar Eindrücke:
Diese wahnsinnig steile Treppe, die sich bei Regen in eine spiegelglatte Fläche verwandelt, die mit Ballerinas nur schwer zu bezwingen ist.
Auf der Treppe weiter nach unten geschaut. Runter ist o.k., aber wieder rauf ist schon extrem anstrengend.
Das Museum heute ohne Wassereinbruch.
Die Wasserspeier sind an diesem Tag arbeitslos.
Fällt Euch an der Uhr etwas auf?
Der Rektorenpalast
…und plötzlich ist der Himmel wieder blau
Vor einem Herrenfriseur.
Leuchtreklame in Dubrovnik
Puh, die Treppe wieder hinauf ist echt anstrengend.
Orebić ist ein kleiner Ort mit normalerweise etwa 150 Einwohnern. In der Ferienzeit erhöht sich diese Zahl um ein Vielfaches. Jeder Einwohner scheint in seinem Haus möglichst viel Raum dafür zur Verfügung zu stellen. Dumm ist, wer also nicht mindestens ein Zimmer vermietet. Nicht anders, als in anderen Ferienorten dieser Welt.
In Orebić, besonders an der Riva, begegnet man intensiv der Geschichte. Überall finden sich alte Steine, Reste aus vergangenen Jahrhunderten und es gibt prachtvolle kleine und große Villen, hinter mal mehr oder weniger großen Mauern. Die Gärten dazu sind wunderschön, über und über bepflanzt mit mediterranen Pflanzen genau nach meinem Geschmack. Einige der Häuser dazwischen sind sehr verfallen. Dafür gibt es sicher viele Gründe und man mag darüber auch gerne viel spekulieren, dem Charme dieses Ortes tut dieses aber keinen Abbruch. Im Gegenteil, manchmal lädt es gar zum Träumen ein. Was würde man selbst mit dem Häuschen machen, würde man es kaufen oder erben? Ein bisschen Fantasie ist auch gut für die Entspannung.
Verwunderlich ist allerdings im Gegensatz zu anderen Uferpromenaden, dass es weniger Restaurants und Bars dort gibt. Möchte man bei längeren Aufenthalten dort etwas Abwechslung, so muss man z.B. mit der Personenfähre zur Insel Korčula übersetzen, deren bezaubernde Altstadt eine Vielzahl Restaurants bietet.
Der Reiseführer schreibt dazu („Merian live – Kroatien“):
Orebić, durch den Pelješki-Kanal von der Insel Korčula getrennt, gilt als Heimat berühmter Seefahrer. Zeugnis geben deren prachtvolle Häuser ehemaliger Kapitäne, die sich in Orebić niedergelassen haben.
Die Stadt wird überragt vom 961 m hohen Sveti Ilija, der höchsten Erhebung der dalmatinischen Inselwelt.Den Namen erhielt der Ort von der Kapitänsfamilie Orebić, die hier im Mittelalter lebte. Vor allem im 19. Jahrhundert avancierte die Küstenortschaft zu einem beliebten Wohnort für Kapitäne und andere Seefahrer. Viele von Ihnen ließen sich prächtige Häuser und Villen erbauen, umgeben von üppigen Gärten. Die meisten dieser sehenswerten Häuser liegen an der „Obala Pomoraca“ bzw. „Šetalište Maršalla Tita“ zwischen der Fähranlegestelle und dem beliebten Kieselstrand „Trstenica“. Kurz: An der Riva, an der Uferpromenade.
Der Sveti Ilija
Beim Flanieren auf der Riva kann ich nicht davon lassen, Foto um Foto zu schießen. Ich kann mich nicht sattsehen an den kleinen und großen Häusern. Ich frage mich, wie es wohl drinnen ausschaut und male mir träumerisch die Interieurs mir bekannter Bildbände und Einrichtungsmagazine dazu aus. Ein bisschen Träumerei muss ja wohl wirklich erlaubt sein.
Im nächsten Augenblick stelle ich mir vor, wie die Ehefrauen und Kinder der Kapitäne elegant auf der Riva flanierten. Fröhlich und ausgelassen. Zuweilen auch ängstlichen Blickes, weil die Rückkehr des geliebten Ehemannes und Vaters ungewiss ist.
Auch die Häuser mit den kleinen verzierten Balkonen rufen: „Sehnsucht.“
Einerseits die Kapitäne, die sich an Land befinden und auf die nächste große Fahrt warten. Die sich vom Balkon aus die salzige Luft um die Nase wehen lassen, die sie auf weiteren Fahrten begleiten wird und jetzt nur die Sehnsucht verstärkt. Andererseits die tapferen Kapitänsfrauen, die auf den Balkon hinaustreten und die Rückkehr des geliebten Mannes herbeisehnen.
Alte Schiffstüren ins Haus integriert
Interessant auch die Inschriften. Ich lese 1786, lese aber auch 1910. Über so viele Jahre hat sich diese schöne alte Uferpromenade entwickelt. Das begeistert mich sehr.
Ich schlage vor, dass Ihr auch einmal dort hinfahrt.
Die Wetterkarte zeigt bewölkt, die Nacht in unserem Ferienort Orebić auf der Halbinsel Pelješac, 120 km nördlich von Dubrovnik war komplett verregnet. Dies muss aber nichts bedeuten, denn hier in Dalmatien scheint immer wieder schnell die Sonne. „Da hinten scheint die Sonne, da wollen wir ja auch hin.“ versichern wir uns gegenseitig unterwegs immer wieder, dass dies eine gute Entscheidung ist.
Dubrovnik empfängt uns mit viel Sonne. Unser Parkplatz ist perfekt. Direkt an einem der Stadttore zur Altstadt hinunter. Es ist herrlich. Sicherheitshalber nehmen wir den Regenschirm mit aus dem Auto, damit es trocken bleibt. Alter Touristen-Aberglaube.
Es beginnt leicht zu regnen und meine schicken Bloch-Ballerinas (mit feiner Ledersohle!), geben mir das Gefühl, auf eisglatter Fläche zu laufen. Die vielen Stufen hinab in die Stadt habe ich das nur schwer unter Kontrolle. Ein unkontrollierter Schritt und der Trip endet im Krankenhaus. Der Ehemann regt sich ein bisschen auf. Das, was Männer in so einer Situation eben so tun. Ganz nebenbei kenne ich das schon von früher, von zu Hause. In den Augen meines Vaters hatte auch meine Mutter immer die falschen Schuhe an. In den 70ern trug man eben richtig hohe Plateaus, egal ob Kopfsteinpflaster oder Bergwanderung. Nun, gut, für gute und schicke Schuhe muss man schon mal Opfer bringen. Wir tun es auch für EUCH! Was gibt‘s denn da zu motzen, Ihr Männer? Pffft.
Es scheint hier demnach Parallelen zu geben.
Nach dieser Strapaze, Ballerina auf nassem Sandstein, erreichen wir das nächste Café. Zur Erholung und weil Urlaub ist und um im Internet zu schauen, was es Neues gibt. Gerade, als ich bei Facebook ein bisschen mit extremer Sonne protzen will, verabschiedet sich erstmal das WLAN und der Rest Sonne, der den leichten Regen begleitet hat.
Die Wetterkarte zeigt bewölkt, die Nacht in unserem Ferienort Orebić auf der Halbinsel Pelješac, 120 km nördlich von Dubrovnik war komplett verregnet. Dies muss aber nichts bedeuten, denn hier in Dalmatien scheint immer wieder schnell die Sonne. „Da hinten scheint die Sonne, da wollen wir ja auch hin.“ versichern wir uns gegenseitig unterwegs immer wieder, dass dies eine gute Entscheidung ist.
Dubrovnik empfängt uns mit viel Sonne. Unser Parkplatz ist perfekt. Direkt an einem der Stadttore zur Altstadt hinunter. Es ist herrlich. Sicherheitshalber nehmen wir den Regenschirm mit aus dem Auto, damit es trocken bleibt. Alter Touristen-Aberglaube.
Es beginnt leicht zu regnen und meine schicken Bloch-Ballerinas (mit feiner Ledersohle!), geben mir das Gefühl, auf eisglatter Fläche zu laufen. Die vielen Stufen hinab in die Stadt habe ich das nur schwer unter Kontrolle. Ein unkontrollierter Schritt und der Trip endet im Krankenhaus. Der Ehemann regt sich ein bisschen auf. Das, was Männer in so einer Situation eben so tun. Ganz nebenbei kenne ich das schon von früher, von zu Hause. In den Augen meines Vaters hatte auch meine Mutter immer die falschen Schuhe an. In den 70ern trug man eben richtig hohe Plateaus, egal ob Kopfsteinpflaster oder Bergwanderung. Nun, gut, für gute und schicke Schuhe muss man schon mal Opfer bringen. Wir tun es auch für EUCH! Was gibt‘s denn da zu motzen, Ihr Männer? Pffft.
Es scheint hier demnach Parallelen zu geben.
Nach dieser Strapaze, Ballerina auf nassem Sandstein, erreichen wir das nächste Café. Zur Erholung und weil Urlaub ist und um im Internet zu schauen, was es Neues gibt. Gerade, als ich bei Facebook ein bisschen mit extremer Sonne protzen will, verabschiedet sich erstmal das WLAN und der Rest Sonne, der den leichten Regen begleitet hat.
Im Café vor dem Regen
Wir beschließen, das nächste Museum gegenüber zu besuchen, damit wir den Regen trocken überstehen. Dieses Museum werden wir in den nächsten zwei Stunden nicht mehr verlassen! Auch sonst werden wir von Dubrovnik an diesem Tag nicht viel sehen. Als wir nach etwa 30 Minuten mit dem Museumsinhalt durch sind, ist uns der Ausgang zurück auf den Platz nicht mehr möglich. Immer mehr Menschen drängen fast panisch, teilweise barfuß in die Vorhalle. Wir sehen unter der Tür durch einen Spalt den Wasserpegel ansteigen. Die Leute reißen ihre Digicams heraus und filmen ihre SD-Karten voll. Wehe, wenn da niemand hinterher was in Youtube einstellt. Wir beginnen im Gegensatz dazu unsere Kamera besonders wasserfest einzupacken und die Tasche besonders fest drumherum zu zurren. Nach einiger Zeit fällt der Wasserpegel und die Vorhalle des Museums bleibt trocken. Die Feuerwehr fährt vor, um die Gullideckel zu öffnen und zu reinigen, damit das Wasser besser abfließen kann. Das bringt den Pegel gleich um weitere 20 cm herunter. Das kroatische Fernsehen fährt vor, um einige Sensationsbilder einzufangen. Wir rufen die Schwiegermutter an, sie verspricht gegen 14:30 Uhr die Nachrichten zu schauen, um uns zu entdecken.
Den Wasserspeier bekommt man nicht immer derart in Aktion zu sehen.
Immer mehr Touristen beschließen, dass es sich ja lustigerweise (ha, welch großer Spaß), nur um Regenwasser handelt und bekleiden sich mit Plastikfolien. Wo und wie auch immer der brave Tourist die mit sich führt. Ich hätte schwören können, dass die Regenausstattung nur für die Öko-Pädagogen-Urlaube in der Bretagne zum Equipment gehört. Dalmatien also auch. Gleich notieren. Viele laufen barfuß oder mit FlipFlops los und verschwinden bis zu den Waden im Wasser.
Mich fasziniert, dass das Wasser kristallklar ist und die schönen blanken Pflastersteine der Altstadt scheinen „porentief rein“ zu sein. Noch zögern wir, uns auch die Schuhe von den Füßen zu reißen, die Hosen aufzukrempeln, um den Rückweg zum Auto anzutreten. Mehr macht an diesem Tag wirklich keinen Sinn. Einige Touristen in kurzen Hosen und T-Shirts liefern sich auf dem Platz wilde Wasserschlachten. Sie sind nass bis auf die Haut und man sieht Dinge, die man nicht in allen Fällen wirklich gerne sehen möchte. Miss Wet-T-Shirt ist nicht in allen Größen eine sexy Miss Wet-T-Shirt.
Ich frage mich, warum ich nie auf solche Ideen komme. Ich bin dazu wohl viel zu verklemmt und feige. Vielleicht brauche ich aber auch nur eine große Portion der richtigen Drogen. Wer weiß?
Ich frage den Ehemann in genau diesem Moment, ob er das gerne hätte, aber er verweist kopfschüttelnd und irritiert auf die Kamera in der Tasche. Die hat mit den Objektiven zusammen schon einen ziemlichen Wert und er bittet mich, doch von den Drogen Abstand zu nehmen. Außerdem hätte er auf eine Wasserschlacht so ganz spontan auch gar keine Lust. Er hat mich lieb, so wie ich bin, küsst mich und gut. Dann schlägt er aber trotzdem vor, dass wir uns jetzt auch die Schuhe ausziehen sollten, um uns zum Auto durchzuschlagen, da sich an der Situation sicher in den nächsten Stunden nichts ändern würde. Vorsichtig frage ich noch mal, ob wir denn wirklich gegen alles geimpft seien und wir uns garantiert nichts wegholen würden. Eine österreichische ältere Frau mustert mich sprachlos und schüttelt den Kopf. Gibt‘s in Österreich keine Impfungen oder was? Man wird doch wohl mal fragen dürfen. Der Ehemann versichert, dass wir ganz sicher gegen alles geimpft seien und dass er jetzt startklar wäre. Also ziehen wir die Schuhe aus und los geht‘s. Das Wasser ist eiskalt. Als wir vor der Treppe zum Stadttor stehen bietet man uns ein wirklich grandioses Schauspiel. Das Wasser rinnt in großen Sturzbächen die Treppe hinab. Es erinnert an die Miniaturausgabe eines reißenden Flusses. Ich bin so fasziniert davon, dass ich zunächst am unteren Teil der Treppe im wadenhohen Wasser eine Weile stehenbleibe. Wir gehen langsam nach oben. Es ist anstrengend. In der rechten Hand halte ich meine geliebten Ballerinas auf Brusthöhe,damit sie nicht nass werden, in der linken Hand den Schirm, weil es immer noch regnet. Interessant ist, dass die Geschäfte, die rechts und links der Treppe liegen, keinen Wassereinbruch haben, weil sie sehr hohe Eingangsstufen haben. Das führt dazu, dass einige Galerie- oder Ladenbesitzer etwas befremdet im Türrahmen stehen und das Spektakel entspannt betrachten. In den Quergassen im oberen Teil der Stadt versuchen die ansässigen Gastronomen die durchnässten Touristen in ihre Restaurants zu locken. „Ladies, Ladies! What about lunch?“ Ein irres Schauspiel. Ziemlich geschafft kommen wir an unserem Auto an. Als ich fast trocken vor dem Auto angekommen bin, sehe ich wie ein Postauto die Straße heranprescht. Für den Fall, dass er mich nass spritzt habe ich mir schon einen internationalen Fluch ausgedacht: „Fuck you, Du elender Wichser!“ Für die passende Geste habe ich aber keine Hand mehr frei. Ich schaue den Fahrer, der nur wenige Meter entfernt ist, böse an. Er verlangsamt die fahrt und fährt vorsichtig vorüber. Wer sagt‘s denn?
Wahnsinnig gastfreundlich diese Kroaten, kann ich wirklich empfehlen.
Zeitungsartikel in der “Slobodna Dalmacija” 23. Juni 2010
Nach ein paar Tagen beginnt dieses leichte Gefühl. Der Alltag ist vergessen. Nur der Moment zählt. In der Sonne sitzen, in der Sonne liegen, in der Sonne träumen, in der Sonne lesen. Die Gesichtszüge entspannen sich, die Haut wird rein und klar und bekommt ein bisschen Farbe.
Alles verschmilzt zu diesem herrlichen Gefühl der Leichtigkeit. Eine Siesta hier, ein Foto dort, ein paar Zeilen einfach aus dem Sinn, aus dem Gefühl heraus entspannt geschrieben. DAS ist meine Antwort auf die Frage: Was ist für Dich Urlaub?
Nicht der Zwang, dies oder jenes gesehen zu haben, nicht der Zwang, ein Foto machen zu müssen, dass man auch im National Geographic Reiseführer veröffentlichen könnte. Nein, es ist ein anderes Gefühl. Die Seele geht spazieren. Darf auch auf Reisen gehen. Bestimmt den Moment.
Jedes Foto, das Du jetzt machst, soll den Moment festhalten. es ist herrlich! Eine Künstlerin sagte mir neulich:
„Man erkennt, dass Du ein Foto mit Liebe gemacht hast. Man kann die Emotionen sehen, wenn Du Dich gut fühlst. Man kann die Emotionen sehen, wenn Du jemanden fotografierst, den Du liebst.“
Genau, das ist es: Man muss den Moment lieben, dann fließt es. Weg vom Stress. Weg vom MUSS. Weg von allem. Urlaub also.
Sicher ist diese Erkenntnis nicht neu. Sicher ist es nicht immer so einfach. Für mich ist es großartig, die entspannte Leichtigkeit, die ich einfach in den letzten Monaten nicht hatte.
Nutzt diese Zeit, was immer Ihr macht, zu Hause oder weit weg. Haltet den schönen Augenblick fest, malt, schreibt, filmt oder fotografiert. Ganz egal, aber bringt es als Energieschub mit zurück nach Hause.
Ihr werdet es brauchen, so wie ich es auch brauche.
„Souvenir“ kommt aus dem Französischen, von „se souvenir“, also „sich erinnern“. Wofür Euer Herz schlägt und woran Ihr Euch erinnern wollt, das entscheidet Ihr ganz allein. Vielleicht ist es die Frühstücksserviette aus der Urlaubspension? Ein Stein oder eine Muschel?
Dies ist z.B. ein ziemlich scheußliches Souvenir. Sicher gut einsetzbar, falls das Navi seinen Dienst versagt.
Jeder hat seine eigenen Ideen, mir ist es z.B. wichtig schöne Fotos zu machen. Sofern es einen guten Wein in der Region gibt, so muss ich den auch unbedingt mitnehmen.
Überraschend sind hier die Vorschläge des Reiseführers („Kroatien“ – Spirallo von National Geographic).
Der Reiseführer für Dalmatien schlägt diese 10 Souvenirs vor:
Krawatten:
„Kurz: Das Wort „cravate“ stammt ebenfalls aus dem Französischen, die echten Krawatten aber stammen aus dem 30jährigen Krieg. Die Art, wie die Kroaten ihre Halstücher trugen, nämlich „à la croate“. Daraus wurde später einfach „cravata“.
Mittlerweile gibt es überall in Kroatien Läden, die sich darauf spezialisiert haben, die Croata-Läden. Alle Croata-Krawatten sind aus Seide und handgemacht.“ Hm, nie drin gewesen. Vielleicht beim nächsten Besuch?
Wein:
„Dalmatinische Qualitätsweine sind u.a. die Rotweine Plavac, Dingač und Postup von der Halbinsel Pelješac.“
Na bitte, da sind wir doch genau richtig. Alle mitgenommen oder bereits beim Importeur bestellt. Sehr zu empfehlen.
Kroatische Spirituosen:
„In Dalmatien (aber auch in allen übrigen Landesteilen) trinkt man gerne Trauben-, Kräuter- oder Pflaumenschnaps als Apéritif oder Digestif. Der Šlivovica wird in einer Doppeldestillation aus Pflaumen gewonnen. Hübsch verpackte Flaschen voller Kräuter“geist“ sind nette Geschenke.“
Wir hätten da zu Hause noch etwas davon vorrätig. Mag jemand mal zum Probieren vorbeischauen.
Spezialitäten:
„Käse, der Pršut (luftgetrockneter, geräucherter Schinken), Olivenöl und Honig von erstklassiger Qualität.“
Am besten direkt beim Produzenten kaufen. Hält aber nie bis nach Hause. Wird von uns immer sofort für gut befunden und auf der Stelle verspeist. Honig und Olivenöl haben da bessere Chancen.
Schmuck:
„Dalmatien ist für seine rote Adria-Koralle und seinen schönen Schmuck bekannt. Qualität und Preis hängen ganz vom Geschäft ab.“
Bin mir aber nicht sicher, ob das überhaupt noch o.k. ist. Mussten die denn nicht irgendwie geschützt werden?
TRACHTENPUPPEN:
WTF? Au Backe, wie kommen die denn in diese TOP 10? Ich verbrenne augenblicklich diese Hotlist und den Reiseführer gleich mit.
„Puppen in traditioneller Tracht gibt es überall in Dalmatien (…und bei QVC???), von billigen Souvenirs, bis zu Puppen in handgefertigten Kleidern. Eine zeitgenössische Variante dieses ,individuellen Mitbringsels‘ (???) sind Keramikpuppen.“
Puh, krasser Stoff! Liebe Reiseführer-Autoren raucht bitte weniger Drogen. Das bringt nix, echt!
Bitte, liebe Leser lasst uns sofort einen Vertrag machen: ich werde Euch nie diese Puppen mitbringen und Ihr werdet mir nie diese schrecklichen Puppen mitbringen. Danke!
Spitze:
SPITZE? Hallo, liebe Autoren, jetzt wird‘s aber langsam krass. „Spitze gibt es in vielfältigen Varianten in Form von Tisch- oder Taschentüchern, oder auch Kleidung. Sie wird gern in Dalmatien in Boutiquen verkauft. Wirklich authentisch sind die komplex gemusterten handgemachten Spitzen von der Insel Pag oder die von Nonnen gefertigten Spitzen aus Hvar-Stadt. Sie werden aus Blättern der Agave gewoben, die auf der Insel wachsen.“
… das hat den Vorteil, dass man sie auch rauchen oder gegen irgendein Zipperlein einnehmen kann, wenn man sie geschenkt bekommt?
Schnell weiter zum nächsten Punkt.
Lavendel:
hmmm, da bin ich wieder voll mit dabei. Ich liebe Lavendel und man findet ihn hier überall. Ebenso die Produkte daraus, z.B. Öle und Balsame. Herrlich!
Kleidung und Accessoires
Yes, now we‘re talking business!
„In Dalmatien achtet man sehr auf sein Äußeres. (…Das scheint auch für die Touristen zu gelten. Hier gibt es weniger peinlich gekleidete Touristen, als in Istrien…) In den zahlreichen Boutiquen in den Altstädten von Dubrovnik, Split und Zadar kann man wunderbar Kleidung und Lederwaren kaufen. Besonders Schuhe und Handtaschen.“
Oh wow, den letzten Abschnitt muss ich noch mal lesen: „…kann man wunderbar Kleidung und (SanDi liest laut) LEDERWAREN EINKAUFEN, BESONDERS SCHUHE UND HANDTASCHEN. (schreit) LEDERWAREN EINKAUFEN, BESONDERS SCHUHE UND HANDTASCHEN! (schreit noch mal, aber viel lauter) LEDERWAREN EINKAUFEN, BESONDERS SCHUHE UND HANDTASCHEN!
Es steht sogar im Reiseführer. Dann muss man das auch machen. Zu tun, was im Reiseführer steht, das kann niemals verkehrt sein. Niemals!
Kunsthandwerk
„Kunsthandwerk aus Keramik und Holz hat in Kroatien lange Tradition.“